Kann eine Frau Viagra nehmen?
Viagra ist nicht für Frauen zugelassen, und ein echtes 'weibliches Viagra' gibt es nicht; bei geringem Verlangen kommen andere Medikamente wie Flibanserin infrage.
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Viagra ist nicht für Frauen zugelassen, und ein echtes „weibliches Viagra“ gibt es nicht. Der Wirkstoff Sildenafil wurde für die erektile Dysfunktion des Mannes entwickelt; bei Frauen mit geringem sexuellem Verlangen kommen andere, speziell dafür zugelassene Medikamente infrage. Eine Frau sollte Viagra daher nicht ohne ärztliche Beratung einnehmen.
Der Begriff „weibliches Viagra“ führt oft in die Irre, weil er sehr unterschiedliche Mittel zusammenfasst. Ein Blick auf die Wirkungsweise zeigt, warum männliche und weibliche sexuelle Funktionsstörungen unterschiedlich behandelt werden.
Kann eine Frau Viagra nehmen?
Zugelassen ist Viagra ausschließlich für Männer mit erektiler Dysfunktion. Es wirkt, indem es die Durchblutung fördert und so die Erektion unterstützt – ein Mechanismus, der auf die männliche Anatomie ausgerichtet ist. Für Frauen ist Viagra nicht zugelassen, auch wenn es vereinzelt off-label verwendet wird.
Das Missverständnis vom „weiblichen Viagra“
„Weibliches Viagra“ ist ein ungenauer Sammelbegriff. Anders als Viagra zielen die Medikamente gegen geringes sexuelles Verlangen bei Frauen auf neurochemische Vorgänge im Gehirn, nicht auf die Durchblutung. Ein direktes Pendant zu Viagra gibt es bei Frauen also nicht – der Begriff wird häufig falsch verstanden.
Off-Label-Anwendung bei Frauen
Manche Frauen verwenden Sildenafil off-label bei Erregungsproblemen. Die Überlegung dahinter: Sildenafil kann die Durchblutung der weiblichen Geschlechtsorgane steigern und so theoretisch die Empfindlichkeit erhöhen. Die Studienlage dazu ist jedoch uneinheitlich, und Sicherheit wie Wirksamkeit sind nicht ausreichend belegt. Eine solche Anwendung sollte nur nach ärztlicher Beratung erfolgen.
Zugelassene Mittel: Flibanserin
Für Frauen gibt es eigens entwickelte Medikamente. Flibanserin (Addyi), 2015 zugelassen, behandelt das verminderte sexuelle Interesse bei Frauen vor der Menopause und wirkt über das neurochemische Gleichgewicht statt über die Durchblutung. Frauen mit sexuellen Funktionsstörungen sind mit solchen, speziell für sie entwickelten Mitteln besser beraten als mit Viagra. Wer die Viagra-Varianten für Männer vergleichen möchte, findet Hinweise im Unterschied zwischen Viagra und Viagra Connect und im Artikel gibt es eine generische Version von Viagra. Allgemeine Strategien stehen im Überblick wie Sie Ihre erektile Dysfunktion verbessern. Weitere Ratgeber finden Sie im Bereich Therapien bei erektiler Dysfunktion.
Vor der Einnahme zum Arzt
Ob bei Mann oder Frau gilt dasselbe Grundprinzip: Vor der Einnahme eines neuen Medikaments sollte ein Arzt oder Apotheker zurate gezogen werden. Er kann beurteilen, ob ein Präparat geeignet und sicher ist, mögliche Nebenwirkungen erläutern und Wechselwirkungen mit anderen Mitteln ausschließen. Gerade weil männliche und weibliche sexuelle Funktionsstörungen unterschiedliche Ursachen haben, ist die individuelle Beratung entscheidend, um die jeweils passende Behandlung zu finden.
Häufige Fragen
- Dürfen Frauen Viagra einnehmen?
- Es ist für Frauen nicht zugelassen. Eine Off-Label-Anwendung sollte nur nach ärztlicher Beratung erfolgen.
- Gibt es ein „weibliches Viagra“?
- Nicht im eigentlichen Sinn. Mittel wie Flibanserin wirken anders – über die Neurochemie statt über die Durchblutung.
- Was hilft Frauen mit geringem Verlangen?
- Speziell zugelassene Medikamente wie Flibanserin, nach ärztlicher Abklärung.